#Autorenwahnsinn – Charakterbögen oder meine 8-Punkte-Charakterskizze

Ich mache derzeit bei der Autorenchallenge von Schreibwahnsinn mit und die Frage für die zweite Woche lautet: #Autorenwahnsinn 2: Benutzt Du Charakterbögen, um Deine Charaktere zu entwickeln.

Die Antwort darauf lautet: Nein, aber …

Zunächst einmal sei vorausgeschickt, dass ich Kinderbücher schreibe. Da ist die Handlung sowie die Ziele und Motivationen der Figuren recht überschaubar. Charakterbögen sind mir meist zu umfassend.  Es mag albern klingen, aber ich fühle mich blockiert, wenn ich Punkt für Punkt einen Fragebogen durchgehen soll, um meine Figur kennenzulernen. Da komme ich mir vor wie bei einem Verhör. Außerdem denke ich, dass ich solche Sachen, wie Figur, Gewicht oder Geburtsort auch gar nicht unbedingt wissen muss. Es sei denn, das spielt für die Handlung oder Motivation eine Rolle, so wie bei Amanda die pflaumenblauen Haare, die immer ein wenig glitzern, wenn sie zaubert, oder ihre Heimat hoch über den Wolken. Ansonsten ist mir das schnuppe. ;-) Meine Figuren sind für mich wie gute Freunde und von meinen Freunden leg ich ja auch keine Charakterbögen an, um sie besser kennenzulernen ;-). Außerdem mag ich gar nicht zu genau auf ihr Aussehen wie Größe und Statur eingehen, denn ich finde es schön, wenn sich die Leserin/der Leser sich die Figur selbst in ihrem Kopf ausmalen kann.

Und jetzt kommt das Aber ;-).

Natürlich mache ich mir vor dem Schreiben schon Gedanken zu meinen Figuren und ich hab auch ein Bild im Kopf. Das geschieht meist während des Ausarbeitens der Idee. Da unterhalte ich mich mit den Protagonisten mittels Kopfkino. Dann setze ich mich hin und notiere mir in einer groben Skizze das Wichtigste zur Figur. Schließlich brauche ich ja auch eine Figurenbeschreibung fürs Exposé, wenn ich die Geschichte einem Verlag anbieten will.

Charakterskizze statt Charakterbögen

Dabei beschränke ich mich auf das Wesentliche, und zwar:

  1. Innerer Konflikt,
  2. äußerer Konflikt,
  3. Ziele,
  4. Motivation,
  5. Vorlieben/Hobbys,
  6. Abneigungen,
  7. besondere Charakterzüge und
  8. eventuell Vergangenheit oder Umfeld.

Ein paar Charakterzüge entwickeln sich auch erst beim Schreiben, im Zusammenspiel mit den anderen Figuren. Da kann es schon sein, dass mir die Figur plötzlich zuruft: „Hey, das passt aber gar nicht zu mir“ Oder: „Das funktioniert“. Diese „Art“ der Figurenentwicklung bedeutet natürlich auch, dass ich den Text meist öfter überarbeiten muss, damit alles stimmt. Aber das nehme ich gern in Kauf. Wie gesagt, ich hab es anders probiert, aber ich kam damit nicht gut klar.

Dafür mache ich mir aber gerne mal ein Glossar :-)

Und für „Simsaladschinn“ habe ich dazu noch ein Glossar entwickelt, dass die wichtigsten Regeln des Dschinnreiches Rubinien zusammenfasst. Das wiederum fand ich unerlässlich, damit später kein Durcheinander in der Dschinn- und Menschenwelt herrscht.

Also, nein, ich hab keine Charakterbögen, aber ja, ich mache Charakterskizzen, und ab und an auch mal ein Glossar :-).