Das Herz des Ritters

Ich freu mich. Nach „Die Ehre des Ritters“ ist heute ein weiterer von mir übersetzter Band aus Lara Adrians Ritterserie erschienen.
Das Herz des Ritters“ handelt von Sebastian of Montborne, der es mit der Auftragsmörderin Zahirah zu tun bekommt. Sie schleicht sich in das Lager der englischen Armee, um König Richard Löwenherz zu ermorden. Eine Leseprobe gibt es hier.
Die Übersetzung hat wieder großen Spaß gemacht und hielt auch wieder einmal besondere Herausforderungen für mich bereit. Ich lernte viel über die Kreuzzüge und wandelte quasi im Internet auf König Richards Spuren.
Auch über die Erfindung des Schachs habe ich viel erfahren, denn Sebastian und Zahirah spielen in dem Buch das arabische Strategiespiel Schatrandsch, quasi eine Urform des heutigen Schachs.
Man nimmt an, dass Kreuzritter das Spiel nach Europa gebracht haben und schon bald begeisterte es Männer wie Frauen der höheren Kreise. Allerdings änderten sich Aussehen mancher Spielfiguren, wie zum Beispiel firz (Großwesir) und alfil (Elefanten), die heutzutage Dame und Läufer entsprechen. Auch einige Regeln veränderten sich, so gab es damals noch keine Rochade und auch der Doppelsprung des Bauern bei der Eröffnung war nicht vorgesehen. Statt der Dame war damals der rokh, der Turm, die stärkste Figur im Spiel. Das „Schachmatt“, mit dem man das Spiel beendet, geht auf den persischen Ausdruck „Schah mat“ zurück, was man in etwa mit „der König ist geschlagen“ übersetzen kann.
Außer Schach hat die Geschichte aber auch eine spannende Handlung zu bieten, außergewöhnliche Charaktere, wie die starke Heldin Zahirah, und das exotische Setting orientalischer Basare, Paläste und Städte. Lara Adrian weiß so detailreich und historisch genau zu erzählen, dass man sich förmlich in die Zeit hineinversetzt fühlt. Und das war auch gleich die größte Herausforderung an mich als Übersetzerin: Das ungewöhnliche Flair des Romans und die romantische Stimmung auch in der Übersetzung zu transportieren. Ob es mir gelungen ist? Am besten, Sie urteilen selbst.