Hundenachlauf

Auch in meinem neuen Buch „Meerschweinchen gehabt“, das demnächst erscheinen wird, lebe ich mein Faible für Slapstick-Szenen mal wieder gern aus. Hier ein kurzer Ausschnitt:
„Tessa, wo bist du? Hilf mir mal! Bleibda ist mir ausgebüxt!“
Im gleichen Augenblick sehe ich Bleiba mit einer Schaumkrone auf dem Kopf durch den Garten flitzen. Der kleine Foxterrier ist wohl wieder mal aus der Badewanne entwischt. Tim rennt mit einem Schwamm in der Hand hinter ihm her, er ist von Kopf bis Fuß platschnass. Ich greife zur Kamera.
„Wehe, du machst jetzt ein Foto!“, ruft Tim keuchend und bleibt stehen, um Luft zu schnappen. Ich überlege kurz, dann lasse die Kamera sinken. Denn der kleine Stinker – also Bleibda, nicht Tim – rennt im Terriergalopp auf die Blumenbeete zu. Oh nein, nicht schon wieder! Letztes Mal hat er Mamas Hortensien umgenietet, die Ringelblumen plattgetrampelt und ins Gemüsebeet Löcher gebuddelt. Es war ganz schön viel Arbeit, das wieder in Ordnung zu bringen. „Wo sind die anderen?“, rufe ich Tim zu.

„Die habe ich im Haus eingesperrt“, antwortet er. „Wir waren kaum im Park, da hat Bleibda sich an der Leine in den Teich gestürzt. Er stinkt wie ein ganzes Fischgeschäft. Deshalb bin ich gleich umgekehrt.“
Ich lege meine Kamera neben das Meerschweingehege und stürze hinter Bleibda her. Der Kleine ist ganz schön fix für seine kurzen Beine. Überall im Garten liegen Schaumfetzen auf Gras und Blumen, als hätte es geschneit. Eine der Schaum-Schneeflocken weht hoch und kitzelt mich an der Nase. Ich muss niesen. Bleibda dreht sich bei dem Geräusch verwundert um und setzt sich mit heraushängender Zunge ins Gemüsebeet. Herausfordernd schaut er uns an.
„Du von rechts, ich von links. Auf drei“, sagt Tim schnaufend. Sein Kopf ist kirschrot angelaufen.
Ich nicke und halte mir die Seite. Da sticht es ganz fies von der Rennerei.
„Eins … zwei … drei!“, zählt Tim und wir stürzen gemeinsam auf Bleibda zu. Der Hund schießt pfeilschnell durch die Mitte davon und wir landen der Länge nach auf dem Bauch im Salat.
„Örks!“ Tim zupft sich eine plattgedrückte Tomate vom Shirt.
„Na warte, du kleiner Mistkäfer.“ Entschlossen rappele mich auf und klopfe mir die Erde aus meinen Sachen. Meine Jeans hat jetzt grüne und braune Flecken, die ziemlich stark müffeln. Mama düngt das Gemüse immer mit Kompost. Igitt!

 

Und ich hoffe, ihr habt Spaß beim Reinlesen :-)