Monster Mia und das Große Fürchten

Mia und ihre Zwillingsschwester Marie sind völlig verschieden. Marie mag rosa, Ballett und ihr Kaninchen Flauschi; Mia hingegen hat als Haustier die Ratte Quentin und mag lauter eklige Sachen wie Insekten und Monster. Ihre Mitschüler und Lehrer hat sie schon mehrmals mit ihren „Streichen“ geschockt. So hat sie z.B. dem Hausmeister mit einer Wolfsmaske einen Schrecken eingejagt und als nun ihre Ratte im Klassenzimmer ausbüxt, fliegt sie von der Schule und wird auf die Finsterwald-Schule „verlegt“. Schon der Name kommt Mia spannend vor, weshalb sie sich auch gern „verlegen“ lässt.

Gespannt tritt sie ihren ersten Schultag an. Schon auf der Fahrt im Schulbus kommen ihr die Mitschüler seltsam vor, weil sie dick vermummt sind. Im Klassenzimmer stellt Mia
schließlich fest, dass ihre Mitschüler ein Werwolf, ein vegetarischer Vampir, ein Geist, eine Hexe und andere, ganz echte Monster sind. Und die neuen Fächer wie Vampirgeschichte und Angstunterricht sind ja auch viel spannender als der Unterricht in der alten Schule. Um zwischen all den Monstern nicht aufzufallen, gibt sich Mia als schreckliches Tutu-Monster aus. Mit der Puppe ihrer Schwester kann sie den anderen Monstern einen tüchtigen Schrecken einjagen, weshalb sie ihr diese Lüge auch glauben. Nur Mias Lehrer Herr van Vlad merkt, dass sie kein echtes Monster ist. Da aber in Finsterwald nur echte Monster erlaubt sind, darf Mia nur bleiben, wenn es ihr gelingt, ihren furchtlosen Lehrer bis zum Ende der Woche zu erschrecken. Der fürchtet sich aber weder vor Knoblauch noch vor süßen Puppen. Also hat Mia ein echtes Problem und auch eine ganz besondere Überraschung wartet noch auf sie.
Zwar kommt das Buch mit mädchenrosa Einband daher, doch auch mein Sohn hatte Spaß an der Geschichte. Besonders die ekligen Sachen wie Madenpastete, die Zombies und auch Mias furchtsame Ratte Quentin haben es ihm angetan. Und natürlich wollte er wissen, wie man einen Vampir erschreckt.
Mia ist eine sympathische Außenseiterin, die mit ihrem „Hang zum Ekligen“ überall aneckt. Doch das macht gleichzeitig auch deutlich, dass auch Anderssein gut sein kann. Schon die
ersten Sätze sind leicht zu lesen und witzig. Man wird sofort in die Geschichte hineingezogen. Auf den Innenseiten des Buches sind die „Mitwirkenden“ skizziert , sodass man sie sofort vor Augen hat. Sonst gibt es allerdings leider keine größeren Illustrationen im Buch. Doch die bildhaften Beschreibungen des Friedhof-Schulhofs, der Schleimsuppe, der Mitwirkenden und Geschehnisse lassen sofort Bilder im Kopf entstehen. Mit seinem handlichen Format und den 140 Seiten Text hatte Monster Mia gerade die richtige Länge für meinen Zweitklässler. Manche Begriffe wie „Krypta“ und „ein Exempel statuieren“ mussten erklärt werden, da er sie noch nicht kannte, aber sonst ist das Buch auch für ihn allein leicht zu lesen gewesen, was sicherlich auch der gekonnten Übersetzung von Karen Gerwig zu verdanken ist.

 

Mir hat besonders gut gefallen, dass Mia auch vor schwierigen, scheinbar unlösbaren Aufgaben nicht zurückschreckt und ihr Bestes gibt, um diese zu lösen. Ihr Einfallsreichtum sowie die vielen Überraschungen, mit denen die Geschichte aufwartet, machen Monster Mia und das große Fürchten zu einem wirklich außergewöhnlich spaßigen Lesevergnügen. Mein Sohn und ich sind schon sehr gespannt auf den zweiten Band.

Monster Mia und das große Fürchten
von A.B. Saddlewick
Übersetzung: Karen Gerwig
Illustration: Franziska Harvey
Originaltitel: Monstrous Maud – Big Fright

erschienen bei Herder KeRLE Februar 2013
144 Seiten, 7,99 €