Simsaladschinn-Lieblingssatz-Countdown, Platz 3

„Genau genommen bin ich ein Taschengeist. In einer Flasche lassen sich schlecht Möbel aufstellen. Eine Tasche ist viel praktischer.“

Was hat der Schmetterling mit Simsaladschinn zu tun?, fragst Du Dich vielleicht. Die Antwort ist einfach: Die Schnalle auf Amandas Tasche hat die Form eines Schmetterlings. So, wie der auf dem Bild. Und die Tasche ist Amandas magisches Gefäß. Das braucht sie so nötig wie Sand zum Duschen. Denn die Schwingungen auf der Erde zehren an ihrer Magiekraft und nur in ihrer Tasche kann sie ihre Magie wieder aufladen. Die Tasche funktioniert also so ähnlich wie ein Akku beim Handy. Blöd nur, wenn Amanda nicht mehr in der Tasche verschwinden kann, weil sie ihre Magie verloren hat und sich nicht mehr kleinwünschen kann.  Nun ist Jonas‘ scharfer Verstand gefragt. Im wahrsten Sinne des Wortes ;-).

Aus den Märchen wissen wir, dass Dschinns gewöhnlich in Wunderlampen oder Flaschen leben. Aber wie schon mal erwähnt, ist Amanda keine gewöhnliche Dschinnie. Weil sie keine Lust hat, Wünsche zu erfüllen, versteckt sie sich in ihrer Tasche. Bis sie die Hilfe eines Menschen benötigt, um ihren Freund zu retten.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Faible für Slapstickszenen habe. Deshalb ist meine Lieblingsszene in „Simsaladschinn – das Mädchen aus der gelben Tasche“ auch die,  in der Jonas und Amanda sich kennenlernen. Hier ein Ausschnitt aus der Szene:

Simsaladschinn: Ausschnitt aus dem Kapitel „Wünsch Dir was“

Amanda schaute zu, wie Jonas sich bemühte, die Mini-Dampflok zu stoppen.
Nun lag er auf der Seite und versuchte krampfhaft die Lok festzuhalten, doch die kroch aus seinen Händen wieder heraus. Amanda kicherte.
„Dann wünsch dir doch endlich was“, rief Jonas, während die Lok sich ihren Weg durch seine Haare bahnte.
„Ich habe nur einen Wunsch: dass du mir hilfst, Muffid zu befreien.“
„Ja, ja, ich verspreche es dir.“
Amanda baute sich über Jonas auf und musterte ihn zweifelnd. „Kann ich mich auch wirklich auf dein Wort verlassen?“ Der Zug war inzwischen unter Jonas‘ Pulli verschwunden und Jonas zappelte herum, als hätte man ihm einen Eimer Krabbelkäfer übergeschüttet.
„Ja, doch. Ich schwör’s dir“, stöhnte Jonas. „Und jetzt halt endlich den verflixten Zug an.“
Amanda winkte kurz mit der Hand und der Zug blieb stehen. „Gut, dann ist das also abgemacht.“ Amanda grinste in sich hinein. Der Plan mit dem abwechselnden Wünschen war einfach genial.

© Aus „Simsaladschinn – das Mädchen aus der gelben Tasche“ von Corinna Wieja, Illustration Mila Marquis, erschienen bei Magellan Verlag. Hier geht’s zur Inhaltsinfo:

Ich würde mich freuen, wenn ihr genauso viel Spaß beim Lesen habt wie ich beim Schreiben hatte :-).