Tipps fürs Vokabellernen

Vielleicht kennt ihr das ja von euch oder euren Kindern. Es gibt verflixte Vokabeln und Redewendungen, die wollen einfach nicht im Gedächtnis bleiben. Das Vokabellernen ist bei meinen Kindern gerade mal wieder ein aktuelles Thema, denn das Aufschreiben in ein Vokabelheft und immer wieder lesen und abfragen funktioniert bei uns nicht so gut.
Da ich als Übersetzerin täglich an meiner Wortschatzerweiterung und -erhaltung arbeite, habe ich mal in meinem Erfahrungsschatzkästchen gewühlt. Nachfolgend findet ihr die Tricks, mit denen wir uns Vokabeln leichter merken können. Vielleicht helfen sie euch ja auch.

  • Vokabeln und Redewendungen kann man sich leichter merken, wenn man sie in einen Satz einbaut. Und bei uns funktioniert es auch gut, wenn man englische bzw. fremdsprachige Vokabeln zum Lernen erst mal in einen deutschen Satz einbaut.
    Beispiel: Die Tür öffne ich mit dem key.
  • Am besten funktioniert bei uns das Lernen mit allen Sinnen. Also lesen, hören, sehen und ertasten (bei Gegenständen), aussprechen.
    Lesen: Im Vokabelheft, Wörterbuch oder auch Büchern wie zum Beispiel der deutsch-englischen Langenscheidt-Reihe Krimis für Kids.
    Hören: Bei den Schulbüchern, die in den hessischen Schulen verwendet werden, ist eine CD dabei, mit der man sich die Vokabeln anhören kann. Falls man das nicht hat, kann man sich zum Beispiel auch auf dict.cc, langenscheidt.de oder pons.de die Vokabeln vorsprechen lassen.
    Sehen und Ertasten: Die Gegenstände anfassen und die Vokabel dabei laut aussprechen.
  • Gerne bauen wir uns auch Eselsbrücken, je verrückter desto besser. Zum Beispiel: Das Wort sausage (Wurst) klingt so ähnlich wie Soße und ätsch. Dazu findet man jetzt ein deutsches Wort oder einen Satz, was so ähnlich klingt, um sich die Aussprache zu merken. Zum Beispiel: Ich esse meine Wurst mit Soß‘, ätsch. Ein anderes Beispiel: listen (zuhören, anhören). Das sieht aus wie Listen, das t ist aber stumm. Unser Eselsbrückensatz: Wenn ich Listen auf Englisch schreib, hör ich kein t.
    Um sich die Schreibweise besser zu merken, kann man auch Sätze mit den Buchstaben des Wortes bilden, zum Beispiel lunch (Mittagessen, gesprochen lansch). Auch hier gilt wieder, je verrückter desto besser. Unser Merksatz: Luna umarmt Nicoles Cabrio heute.
  • Bewährt hat sich auch das Vokabelsingen auf Lieblingsmelodien, damit sie ins Ohr und von dort hoffentlich weiter ins Gedächtnis wandern. Auf alle Entchen zum Beispiel: Ein ruler in meinem Mäppchen heißt auf deutsch Lineal, heißt auf deutsch Lineal, ja das ist ein ruler, auf deutsch heißt es Lineal ;-).
  • Oder man schreibt die Vokabeln, die man sich merken will, auf Haftzettel und klebt sie an die entsprechenden Gegenstände. Zum Beispiel einen Zettel mit fridge an den Kühlschrank heften. So schaut man jedes Mal drauf, wenn man die Kühlschranktür öffnet.
  • Bewährt hat sich auch die Karteikastenmethode. Man schreibt die Vokabeln und Redewendungen, am besten wieder in einem Satz, auf kleine Karteikärtchen. Auf die Vorderseite die Vokabel, auf die Rückseite die Übersetzung. Wenn man mag, kann man die zu merkende Vokabel farbig machen. Die Kärtchen steckt man in einen Karteikasten mit fünf Fächern.
    Die Vokabeln im ersten Fach wiederholt man jeden Tag. Weiß man sie am darauffolgenden Tag noch, wandern sie ein Fach weiter. Die Vokabeln im zweiten Fach wiederholt man jeden zweiten Tag, die im dritten jeden dritten und die im Vierten einmal in der Woche. Sind die Kärtchen im fünften Fach angelangt, weiß man sie für so gut wie immer. Weiß man eine Vokabel aus den hinteren Fächern einmal nicht, wandert sie zurück ins erste Fach und muss den Weg zum Ziel erneut antreten. Auf diese Weise lernt man nur die Vokabeln, die noch nicht richtig sitzen und spart dadurch auch Zeit.

Kennt ihr weitere Vokabellerntricks? Vielleicht habt ihr ja Lust, sie in den Kommentaren mitzuteilen. Ich bin gespannt darauf und würde mich freuen :-)